Chief Instructor

Portrait RD“Martial arts means honestly expressing your self.”

― Jun-fan Lee

    • 5. Dan Ryukyu Kempo & Kyusho-Jitsu
    • 4. Dan Karate-Do
    • 1. Dan Kiai-Jitsu & Ju-Jitsu u.a.
  • A-Trainer Karate Leistungssport im DOSB
  • B-Trainer Karate Breitensport (Gesundheitstrainer & Karatelehrer) im DOSB
  • B-Übungsleiter in der Prävention im BLSV
  • A-Prüfer Stiloffenes Karate im DKV
  • B-Prüfer Shotokan Karate-Do im DKV u.a.

 

In den frühen 1980ern begann ich als Grundschüler zunächst im Judo mit den Kampfkünsten und wechselte wenige Jahre später zum Karate. Dort war ich zunächst im herkömmlichen breiten- und leistungssportlichen Bereich aktiv. Mitte der 90er Jahre stieß mit Stefan Maetschke ein neuer Danträger zu uns, der auch im Judo und Ju-Jutsu Schwarzgurte hatte und sich mit funktionierender Selbstverteidigung und traditionellen Budo-Techniken beschäftigte. Sein damals innovativer Unterrichtsansatz spiegelte bereits das wider, was in unseren Landen 20 Jahre später immernoch erstaunte Gesichter unter sich selbst als ‚traditionell‘ bezeichnende Karateka und anderen Budoka bewirkt und was mein Denken und meinen Weg wesentlich prägt. Bei ihm begann ich die Herangehensweise an die Analyse (jap. Bunkai) traditioneller Formen (jap. Kata) und die hierauf aufbauende Anwendung (jap. Oyo) entlang einer ganzheitlichen Technikpalette, d.h. Greifen, Hebeln, Würgen und Würfen, zu lernen. Um mich innerhalb dieses Ansatzes weiterzuentwickeln, interessierte ich mich immer stärker für andere Stilrichtungen und Diszplinen und deren dahinterstehenden Konzepte und Kulturen. So kam ich u.a. auch frühzeitig mit den Grundstrukturen und -gedanken der Traditionellen Chinesischen Medizin in Kontakt. Mein Weg führte mich dabei u.a. zu Ju-Jutsu, Ju-Jitsu, Filipino Martial Arts, Tai Chi Chuan, Shaolin und Weißer Kranich Kung Fu und Qi Gong. In diesem Zuge begann ich auch immer tiefer die tatsächlichen geistigen bzw. philosophischen Hintergründe der asiatischen Kampfkünste zu verstehen. So wurde mir immer klarer, wie extrem verzerrt die asiatischen Kampfkünste im Westen dargestellt werden.

Aus privaten Gründen begann ich mich Mitte der 2000er verstärkt mit der ‚Kunst der Vitalpunkte‘ (jap. Kyusho-Jitsu), der ‚Kunst des harmonischen Chis‘ (jap. Kiai-Jitsu) sowie dem okinawanischen Karate bzw. Kung Fu (jap. Ryukyu Kempo) zu beschäftigen. Dank meiner bereits soliden Vorkenntnisse konnte ich als erster bayerischer Pionier und einer der ersten in Deutschland und Europa frühzeitig meine ersten Prüfungen zu Dangraden unter George Dillman ablegen. Währenddessen habe ich in der ehemaligen Deutschen Dan Akademie e.V. des Deutschen Karate Verbands e.V. Ryukyu Kempo, Kyusho-Jitsu, Tuite-Jitsu und Kiai-Jitsu vorgestellt. Vor der damals von mir aufgebauten bundesweit größten und erfolgreichsten ‚DKI Studiengruppe Bayern‘ wurde ich von Gebhard Lämmle (damaliger DKI Chief Instructor Germany) kurz vor dessen Tod als einziger Instruktor Deutschlands geprüft. Aus dieser Gruppe sind unmittelbar und mittelbar meisten disziplinspezifischen Funktionäre und andere Danträger des Deutschen Karate Verbands e.V. hervorgegangen.

“You have to be a light to yourself in a world that is utterly becoming dark.”
― Jiddu Krishnamurti

In den letzten Jahrzehnten hat sich formal viel in Ordnungen und Prüfungsprogrammen einschlägiger Kampfsportverbände getan. Doch nutzen Ausübende die neu gewonnenen Freiheiten praktisch kaum. Im gesellschaftlichen Wandel bröckelt mehr und mehr die auf selbstillusorischen Trugschlüssen aufbauende Kompetenzfassade auch hochrangiger Kampfsporttrainer und -ausbilder der im Westen gängigen alten Schule, ohne dass sie ein authentisches Alternativparadigma zur Erklärung ihrer Trainings- und Unterrichtsinhalte mehr bieten können. Ausnahmeerscheinungen sind sehr rar. So verrennen sich viele von ihnen in Modeerscheinung oder in als straßentauglich deklarierten Sport- und Showkämpfen. Erneut vorbei am wertvollen Sinn der asiatischen Kampfkünste. Immer klarer wird, dass der sich hieraus ergebende Eigenverantwortunggedanke zur Entwicklung der individuellen Potenziale vor allem auch individuelles Mentoring unter vielseitig erfahrener und ausgebildeter Anleitung bedarf. Geistige Flexibilität ist heute vital. Anders ist in Zeiten globalen Wandels und auch in Europa immer größer werdenden gesellschaftlichen Einflusses – vor allem Chinas – vielseits keine glaubwürdige Brücke der Authentizität mehr zu schlagen. Deshalb konzentriere ich mich bei der Vermittlung von Kampfkunst vor allem auch auf grundlegende philosophische Prinzipien und Konzepte chinesischen Verständnisses, die sich in Techniken ausdrücken. Deren Verinnerlichung dauert natürlich ein wenig, ist unter qualifizierter Anleitung jedoch leichter als landläufig angenommen. Das Stiloffene Karate des Deutschen Karate Verbandes e.V. bietet im Sinne Jiddu Krishnamurtis – als bedeutendstem nichtakademinschen Philosophen des 20. Jahrhunderts – somit eine herausragende Möglichkeit zur freiheitsorientierten Persönlichkeitsentwicklung zwischen Tradition und Innovation, die das Individuum jedoch meist erst mit befreitem Herz nutzen zu lernen hat.

Im deutschen Interesse die internationalen Beziehungen und vor allem unser europäisches Netzwerk pflegend, orientiere ich mich als Trainer und Instruktor vorwiegend an den Lehrinhalten herausragender Kampfkunstgroßmeister aus den USA, Spanien, dem Vereinigten Königreich und Frankreich. So arbeite ich fortlaufend an der Integration neuer Kenntnisse und Fertigkeiten und wirke auf die seriöse Verbreitung entsprechender Künste in Deutschland und Europa hin. Ich freue mich mein Können teilen und Suchende bei ihrer Entwicklung unterstützen zu dürfen.

Herzlich,

Rainer Dohm