Kyusho-Jitsu

Kyusho-Jitsu (急所術) ist als ‚Kunst der wichtigen Punkte‘ des menschlichen Körpers (jap. 身伕急所, Jintai Kyusho) bekannt und umfasst höhere Lehren der asiatischen – insbesondere okinawanischen und chinesischen – Kampfkünste. Diese Disziplin ist jedoch auch in anderen Kulturen nachweisbar und keinesfalls – wie oft unseriöser Weise behauptet – geheimes Wissen. So wird sie auch als Dim Mak bzw. Dianxue in China, Kupso Sul/Hyol Do Bop in Korea oder Marma-Adi in Indien bezeichnet. Hinweise an der Eismumie ‚Ötzi‘ lassen zudem vermuten, dass das Wissen um die involvierten Körperstellen vor langer Zeit bereits in Europa bekannt war, bevor es im Laufe der Geschichte nach Asien kam und in unseren Breiten verloren ging. So stellt Kyusho-Jitsu die kämpferischen Fertigkeiten und Kenntnisse um anatomische Stellen dar, wie sie auch aus der Akupunktur bekannt und zu einem großen Teil als Kreuzungspunkte von Nerven-, Blut- und Lymphbahnen wissenschaftlich belegt sind. Hierauf aufbauend bietet Kyusho-Jitsu leicht erlernbare Konzepte und Prinzipien für ein individuell optimiertes Technikrepertoire und auch die Analyse (jap. 分解, Bunkai) überlieferte Formen (jap. , Kata). Eine schnelle wirkungsvolle Abwehr körperlich überlegener Angreifer vereinfacht sich enorm.

Auf den fortgeschrittenen Ebenen umfasst Kyusho-Jitsu neben so genannten energetischen auch rein geistige Aspekte, deren Kenntnisse wesentliche Bestandteile der höchsten Kompetenzniveaus der Kampfkünste sind. Insgesamt handelt es sich um einen immensen Kulturschatz. Die Anwendung von Vitalpunkten ist zwar kein Sport. Dank seiner starken Flexibilität ist sie jedoch von Kampfsportlern rasch in alle Disziplinen und Stile integrierbar.